Der „Narco-Menonita“ – Chef des Pazifik-Kartells?

Todbringende Waffen. © Envato

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Vor Kurzem hatten wir über den Drogenhändler mennonitischer Abstammung, den „Narco-Menonita“, berichtet. Kennert Giesbrecht, Chefredakteur der Mennonitischen Post, hat mehr Details erfahren und gab uns die Erlaubnis, seinen Beitrag nachzudrucken. Sie auch Artikel Nicht die Verbrecher sondern die Polizisten erschossen die Mennoniten (menno-welt.net)

Kennert Giesbrecht, Mennonitische Post

Campeche, Mexiko – Bei der bewaffneten Auseinandersetzung am 11. Januar zwischen der mexikanischen Polizei und einer Verbrecherbande, bei der unter anderem auch drei Mennoniten erschossen wurden, kam noch mehr ans Licht. In der Nähe vom verbrannten Fahrzeug der Mennoniten fand man am 12. Januar eine Grube mit vier Leichen. Dort hat die Bande wohl solche Personen, die „ihnen im Wege standen“, entsorgt. Mindestens ein paar der Personen stammen wohl aus der Ortschaft Alfredo V. Bonfil. Das war auch der Grund, warum die Polizei in dieser Ortschaft jetzt sehr wachsam war.

Anführer einer Drogenbande

Am 23. Januar gab es dann noch mehr schockierende Neuigkeiten. Laut Angaben der mexikanischen Medien wurde in der Nähe der Ortschaft Dzibalchén der angebliche Anführer dieser Bande festgenommen: Franz Kauenhofen Wiebe (auch „Pancho Loco“ genannt) aus der Kolonie Las Flores. (Die Medien nennen ihn auch „Narco-Menonita“, Anm. der Menno-Welt-Redaktion) Wie die Polizei mitteilt, ist Kauenhofen wohl der Anführer einer Drogenbande, die unter anderem auch Drogen aus südlichen Nachbarländern nach Mexiko schmuggelte, und diese dann weiterbeförderte.

Mindestens zehn Morde

Als Anführer dieser Bande macht man ihn jetzt auch mitverantwortlich für unzählige Morde, die man diesen Banditen zuschiebt. In der Zeitung La Nación wird von „mindestens zehn Toten“ gesprochen. Und diese „zehn“ alleine wurden in den letzten zwei bis drei Monaten in der Umgebung von Hopelchén im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg ermordet. In einem Bericht in der Mexico Daily Post vom 21. Oktober 2022 wurde Kauenhofen als entscheidender Vertreter des Pazifik-Kartells, welcher auf der Yucatán-Halbinsel den Drogenschmuggel und Drogenhandel beherrscht.

Kleinflugzeuge landeten auf entlegenen Straßen

Wie dort zu lesen war, ist Kauenhofen hauptverantwortlich für all die Kleinflugzeuge, die aus dem Süden – sehr oft aus Kolumbien – vollbeladen mit Drogen ankommen. Er musste sie dann entladen und weiterbefördern. Die Flugzeuge wurden nicht selten zerstört, nachdem die Kriminellen sie entladen hatten. Das ist dann wohl auch mit ein Grund, warum man in den Kolonien der Umgebung immer wieder Kleinflugzeuge oder sogar kleinere Jets mitten auf entlegenen Straßen landen sah, oft ganz in der Nähe von mennonitischen Dörfern.

In der Kolonie als Drogenhändler bekannt

Kauenhofen war in der Kolonie schon lange bekannt als jemand, der seine „Hände im schmutzigen Drogengeschäft“ hatte. Seine Festnahme jetzt ist für viele Einwohner der Kolonie also keine Überraschung. Viele mexikanischen Medien fragen und wundern sich, warum es so lange bis zu seiner Verhaftung dauerte.

Quelle: Mennonitische Post, 3. Februar

www.menno-welt.net

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