Beschriftung Media library caption Media library description Enter manually Der schönste Tag für Lisa Epp. Als die Queen am 14. Juli 1970 Steinbach besucht, darf die Tochter mennonitischer Eltern ihr einen Blumenstrauß überreichen. ©Mennonite Heritage Archives, Carillon News

„Ruben – die Schlange im Hirsefeld“ ab sofort im Buchhandel

Der Roman „Ruben – die Schlange im Hirsefeld” von Horst Martens ist im Tweeback-Verlag in Bonn erschienen. Das Buch schildert die Geschichte eines eigensinnigen  jungen Mannes, der im paraguayischen Chaco in der Siedlung tiefgläubiger Mennoniten aufwächst, aus dieser Gesellschaft ausbricht und die große Welt kennen lernt.

Über sieben Friedhöfe musst du gehen

Auf den Friedhof der Kirche von Thiensdorf angekommen, machten sich die ersten sofort daran, die Spuren ihrer Vorfahren aufzudecken. Hier reibt Waldemar Birt den Grabstein mit Sand ein, um die Gravuren besser lesen zu können. © Horst Martens

Chaco

Der wilde Osten – die trügerische Welt von Ciudad del Este

In Ciudad del Este dominieren die Motorradkuriere. Foto: Thomas Schmidt

Schmugglercity, El Dorado des Schoppings, Geldwäschezentrum, Zufluchtsort für Radikale, Basisstation für eine Fahrt zu den Iguazú-Fällen – Ciudad del Este ist vieles, aber keine bürgerliche Stadt.

Weltwiet Resse riete: dee Pludamaschin „Facebook“

„Tjitj mol, Wief, ewa Fretbok kaunst du mett diene Sesta enn Ontario schwietre“, schient de Maun to saje. Enn Woarheit ess daut eene Montage von eenem Jemälde von Rembrandt mett dem Titel „Der Mennonitenprediger Anslo und seine Frau“.

Facebook ooda leewa Fretbok: Woo sich dee Plautdietsche mett eahre Frind oppe gaunze Ed Schnette vetahle tjene.

Zwischen Camarotes und Camalotes

Die Aquidabán vor dem Ablegen. Foto: Thomas Schmidt

Peones, Zäunezieher, Viehzüchter und Prostituierte pendeln mit der „Aquidabán“ zu ihren abgelegenen Arbeitsstellen. Mit einem Passagierschiff den Paraguayfluss hoch Reportage aus dem Jahre 2009 von Horst Martens (Text) und Thomas Schmidt (Fotos). Der Artikel erschien auch leicht verändert in Tours – das Abenteuermagazin. Der Flussdampfer „Aquidabán“ bietet einen echten Pendlerservice an: Peones, Zäunezieher, Viehzüchter, Lehrerinnen und Prostituierte schippern für weniger als zehn Euro zu ihren mehrere hundert Kilomter entfernten Arbeitsstellen. Die 40-Meter-Barkasse ist eines der wenigen Personenschiffe, die regelmäßig auf dem Río Paraguay zwischen Concepción und dem Pantanaldorf Bahía Negra im Norden verkehren. Horst Martens und Thomas Schmidt buchten ebenfalls eine Passage und begleiteten die siebenköpfige Crew und 50 Passagiere […]

Der Tag, an dem Ludwig Erhard kam

Ludwig Erhard fährt mit dem "Kübel" nach unten. Die Zigarre musste er vorher abgeben. Foto: Bundesregierung, Müller

Zeitzeugen erinnern sich an den denkwürdigen Besuch des Zigarre rauchenden Kanzlers im Jahre 1965 – die Erwartungen waren hoch, noch größer war wenig später die Enttäuschung Autor: HORST MARTENS / Der Bericht erschien auch in Ralf Piorr (Hg.): Vor Ort. Geschichte und Bedeutung des Bergbaus in Herne und Wanne-Eickel. adhoc Verlag, Dezember 2010. Herrliches Frühlingswetter herrscht an diesem Freitag, dem 2. April 1965. Nach einem kühlen Morgen klettern die Temperaturen im Laufe des Vormittags auf 18 Grad. Über Friedrich der Große III/IV schwebt eine knisternde Stimmung. Alles bereitet sich auf den Besuch des Kanzlers Ludwig Erhard vor. Dietrich Kurrat, 76, und Heinz Hess, 81, Bergleute im Ruhestand, haben das Ereignis […]

Zwischen Hütten und Palästen

Reportage von 2009, aktualisiert / Text: Horst Martens Wie in einem Brennglas bündeln sich in der Bahía, der Bucht von Asuncion, die sozialen Gegensätze. Auf den gigantischen Glasflächen des modernen Parlamentsgebäudes am Ufer des Paraguayflusses spiegeln sich die vis-a-vis im Überschwemmungsgebiet liegenden armseligen Hütten aus Wellblech, Plastik und Brettern des Elendsviertels „Chacarita“. Wenn die Volksvertreter über neue Gesetze debattieren, haben sie stets die Armseligkeit im Rücken. Und wenn der Präsident aus dem rückwärtigen Fenster des etwas nördlicher gelegenen Regierungspalastes schaut, blickt er direkt in den Rachen der Misere. Diese Reportage schrieb ich nach einem Paraguay-Besuch 2009. Mittlerweile hat sich einiges geändert an der Slum-Front. Der Präsident schaut nicht mehr auf […]

„Rock ist Kultur, Regaeton ist Agrikultur“

Die Clique am Denkmal liebt das Land, die harte Rockmusik und verabscheut Regaeton, Cumbia und die Emus. Sie sehen sich als einen „tribu urbana“, einen Stamm aus der großen Wildnis Stadt, als eine pandilla de roqueros, eine Rocker-Clique. 34 Grad auf der „Plaza Libertad“, ein lauer Spätnachmittag im Zentrum Asuncións. Bei einem ambulanten Mate-Tee-Verleih „leasen“ wir einen eisgekühlten Tereré mit Yuyos (Kräutern). Eine Promotion-Firma auf der Plaza lädt zum Biertesten ein. Viele, die hier abhängen, folgen dem Ruf der Werbeagentur. Sie bekommen einen Pappbecher des kühlen Gerstensaftes gereicht und müssen dafür einen Fragebogen ausfüllen. Drüben am Denkmal lagert eine in schwarze T-Shirts gekleidete Gruppe von Jugendlichen. Hin und wieder kommt […]

Die Passion des Daniel Ostertag

Erinnerungsfoto aus den Zeiten als Daniel Ostertag einen Rallye-Toyota durch den Chaco raste. © Thomas Schmidt

Die Geschichte, wie ein Asuncioner eine Leidenschaft für eine Landschaft namens Chaco entwickelte. Über der Stadt Asunción ist der Feierabend herein gebrochen. Rush Our auf der Eusebio Ayala. Der Taxifahrer kann bei spärlich beleuchteten Bürgersteigen die Hausnummern nicht erkennen und lässt uns in der vermuteten Nähe der Zieladresse aussteigen. Ein wenig mulmig wird uns schon, als wir uns in dieser düster wirkenden Gegend umsehen. Da hinten, das muss das Büro unseres nächsten Gesprächspartners sein. Vor der Tür steht jemand, der uns schon erwartet. Es ist Daniel Ostertag. Reportage: HORST MARTENS / Fotos: THOMAS SCHMIDT / 2009 In seinem Büro steht ein einsamer Schreibtisch mit einer Glasplatte drauf. An der Wand […]

Ronaldo kommt für „Schwarze Habichtfeder“

Fußball in Paraguay – von Horst Martens (Text) und Thomas Schmidt (Fotos) Paraguays Kicker: Im Staub lernen, von Europa träumen Sonntagmorgen in Cayin-o-Clim, einem Indianerdorf des Nivaclé-Volkes im knackig heißen Chaco. Aus den weit geöffneten Fenstern der schlichten Backsteinkirche erklingt „Großer Gott wir loben dich“. Das in der Ureinwohnersprache gesungene Kirchenlied schallt bis auf den staubigen Sandplatz etwa 200 Meter weiter, auf dem die Kinder Fußball spielen. Das Leder war vor vielen Jahren wohl ein richtiger Ball, das Spielfeld ein Gemüseacker. Eine zentimeterdicke Staubschicht dämpft die Schlaglöcher. Begeistert laufen vier- bis zwölfjährige Mädchen und Jungen der Pelota hinterher. Zwischendurch kommt ein zweiter Ball ins Spiel, was niemanden stört. Wie überall […]