Neue Auflage des Buches von Jakob Martens: Am Ende die Freiheit

In „Am Ende die Freiheit – durch Zarenreich und Sowjetunion nach Südamerika“ beschreibt Jakob Martens sein abwechslungsvolles Leben. Martens ist schon 1978 in der mennonitischen Kolonie Fernheim in Paraguay gestorben. Die Lebenserinnerungen von Jakob Martens erscheinen jetzt erneut in einer Fassung mit 500 Seiten, herausgegeben von Martens Neffen Berthold Kliewer (weitere Infos: siehe unten).

Mithilfe auf dem Bauernhof und Schule

Als zweites von 13 Geschwistern wurde Jakob Martens 1897 in Petrowo/Ukraine geboren. Nach der Ansiedlung der Familie im Dorf Grünfeld, das zur neuen Kolonie Baratow-Schlachtin (Oblas Dnepropetrowsk) gehörte, wuchs er in einer typisch deutsch-mennonitischen Umgebung auf, die von Landwirtschaft geprägt war. Tätige Mithilfe auf dem elterlichen Bauernhof von frühester Jugend an war in dieser Gesellschaft selbstverständlich. Eine solide Schulbildung, wenn möglich auch auf weiterführenden Schulen oder gar ein Studium gehörten zu den erstrebenswerten Zielen der Siedlerkinder. Jakob Martens beschritt diesen Weg als Sohn eines wohlhabenden Bauern bis zum Abschluss der 10. Klasse in der Zentralschule von Chortiza. Da noch weitere Geschwister die Schule besuchten, die von den jeweiligen Familien finanziert werden mussten, war die Aufnahme eines Studiums mit Hindernissen belegt.

Qualvolle Verbannung

Zudem unterbrachen die politischen Ereignisse vielfach die Pläne der jungen Generation. Als freiwilliger Sanitäter ging der Siebzehnjährige im 1. Weltkrieg nach Moskau. Bald darauf trat er den regulären Ersatzdienst in den Forstanlagen Russlands an. Nach deutscher Besetzung, anarchistischem Bandenterror, Drangsalierung durch die Bolschewisten und kommunistischer Revolution erfolgte die Verhaftung und die fünfjährige Verbannung als Kulak in die Arbeitslager im nördlichen Russland. Eine gefahrvolle Flucht zu Fuß durch den tiefen Schnee einer winterlichen Landschaft brachte ihn bis Leningrad. Doch er wird erneut verhaftet. Es folgt eine Odyssee durch mehrere Gefängnisse und endlose Verhöre durch die sowjetische Geheimpolizei GPU. Zusammen mit Hunderten weiterer Verbannter wird er mit einem Kohlefrachter unter unvorstellbaren Bedingungen über das Weiße Meer in ein Straflager nahe des nördlichen Ural gebracht. Hier übersteht der Verbannte zwei lebensbedrohliche Erkrankungen und kommt schließlich nach fünfjähriger Lagerhaft frei.

Als Arbeiter in einem Kolchos erlebt Martens die Invasion der deutschen Wehrmacht. Mit ihrem Rückzug tritt er in einem großen Flüchtlingstreck die abenteuerliche Reise in den Westen an. Im letzten Moment gelingt die Flucht aus der sowjetisch besetzten Zone nach Westfalen.

Flüchtlingstreck in den Westen

Aus dem völlig zerstörten Deutschland reist er zu seiner Familie im Chaco Paraguays, von der er 19 Jahre getrennt war.Hier findet Jakob Martens schließlich die Ruhe, seine in früheren – aber verlorenen – Tagebüchern festgehaltenen Erlebnisse erneut niederzuschreiben. Jakob Martens lebte noch 30 Jahre abseits des großen Weltgeschehens in vergleichsweise ruhigen Verhältnissen innerhalb der Mennonitensiedlung Fernheim in Paraguay.

Die eher im sachlichen Stil gehaltenen präzisen Schilderungen hinterlassen ein vielschichtiges Bild des Lebens in den deutschen Siedlungen der Ukraine und des qualvollen Dahinvegetierens in den sowjetischen Gulags. Martens beschreibt Höhen und Tiefen aus fünf Jahrzehnten.


Wie bekomme ich das Buch
„Am Ende die Freiheit“ ist über 500 Seiten lang und kostet wegen der kleinen Auflage 24,80 € + Versand. Bei Bestellung bis zum 31.12.2022 kann es zum Subskriptionspreis von 19,80 € + 3 € Versand (Deutschland) nur bei Berthold Kliewer erworben werden. Bestellungen bitte mit vollständiger Adresse an info@kliewer-Verlag.de oder Tel. 0631 5 34 96 87. 

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